Die Diagnose Krebs kommt manchmal ganz unerwartet und zu erfahren, dass man selbst erkrankt ist, ist wie ein Schlag ins Gesicht. Es ist nicht leicht, dies zu verarbeiten. Doch es gibt Möglichkeiten, die diesen Verarbeitungsprozess unterstützen können. Möglichkeiten, abseits von Gesprächen, Therapien oder der Familie. Wir sprachen mit einer Betroffenen.

Silke M. ist mit 51 Jahren an Krebs erkrankt. Sie möchte mit uns nicht näher über die Krankheit an sich sprechen, da sie sie bereits überwunden hat, und sich nicht gerne an diese schweren Zeiten zurück erinnert. Wovon Sie uns jedoch berichtet, ist ihre Strategie, damit fertig zu werden. Lesen Sie selbst:

„Alle waren für mich da. Mein Mann, meine Kinder, meine Eltern und Freunde. Ich hatte viel Unterstützung und fand auch andere Patienten, mit denen ich mich über meine Tiefs austauschen konnte. Man fühlt sich so machtlos. An anderen Tagen ist man wieder wohlgesonnener, vielleicht sogar rebellisch und sagt sich ‚Ich lass‘ mich nicht klein kriegen von dir, ich nicht! Ich überstehe das irgendwie!‘

Ich fand bald heraus, dass unsere altbackene Einrichtung zu Hause mich noch mehr hinunter zog, meine Laune sank, wenn ich die kargen weißen Wände betrachtete. Also holte ich mir eine Raumdekorateurin ins Haus, die mich und meinen Mann beriet. Ich wollte etwas Neues, etwas Frisches. Mehr Farben. Zimmer, die mir Mut machen sollten, in denen ich mich wohl fühlen würde. Ich sehnte mich nach einem Heim, dass mir Halt geben sollte und auf das ich mich freuen könne, wenn ich wieder einmal länger nicht zu Hause war, krankheitsbedingt.

Also entwarfen wir Modelle und schließlich gestaltete meine Familie alles mit Freunden um. Da waren plötzlich sonnengelbe Wände und ein Wohnzimmer im rustikal – Afrikanischen Stil mit Möbeln aus Polyrattan. Überall diese tollen, neuen Farben! Unsere Räume schienen sich dadurch zu öffnen, sie wirkten nun einladender und die Farbenpracht erhellte auch mein ermüdetes Herz.

Jetzt, nachdem die Krankheit überwunden ist, sitze ich noch immer gern in diesen Räumen. Am liebsten jedoch auf meinem Sessel aus Rattan, in dem ich gerne lese. Auch heute noch beleben mich diese Wände. Sicher, wenn meine Familie nicht geholfen hätte, wäre ich heute vielleicht nicht mehr hier. Ich möchte jedoch die Wirkung der neuen Räume auf mich nicht unterschätzen!“