Marianne D. hatte Brustkrebs. Die Diagnose traf sie damals hart. Doch aufgegeben hat sie nie. Ihre Familie stand hinter ihr, wo es nur ging und unterstützte sie in allen Belangen. Ihr Mann Reinhold ist heute stolz auf sie, sagt, Marianne sei schon immer eine Kämpfernatur gewesen. „Ich wollte nicht aufgeben, es hätte sich falsch angefühlt. Ich wusste irgendwie, dass es für mich noch sehr viel zu tun gibt auf dieser Erde!“, meint Marianne heute.

Über ihre Krankheit und die Zeit des Leidens spricht sie heute nur ungern, denn für sie ist das Thema abgeschlossen. Aus diesem Grund fragen wir sie, wie es ihr heute geht. „Blendend“, erzählt sie uns. „Ich reise viel mit meinem Mann und meiner Familie. Unsere letzte Reise ging nach Tabarka in Tunesien. Das Reisen ist mir sehr wichtig – ich habe noch viel zu wenig von dieser Erde gesehen, um sie einfach so zu verlassen!! Nächstes Jahr wollen wir nach Tschechen reisen“.

Die Zeit, die sie nun nach ihrer Genesung erlebt, ist für sie, wie eine zweite Chance, meint Marianne. Eine zweite Chance, die sie nutzen möchte. „Ich habe gelernt, was wirklich wichtig ist, im Leben. Natürlich muss man schauen, dass man finanziell irgendwie herum kommt und dass die Kinder gut versorgt sind. Aber es geht hier doch auch im jeden Einzelnen, seine eigenen, individuellen Wünsche und Ziele. Mein Ziel war es immer, zu reisen. Und das möchte ich nun endlich auch einmal tun!“.

Dies versucht sie nun auch ihren Kindern zu vermitteln. „Ich mache ihnen klar, dass sie sich für ihre Träume einsetzen müssen. Damit sie sie auch erreichen. Manches schafft man auch durch die Hilfe anderer Menschen, aber für viele Dinge ist man einfach auch selbst verantwortlich. So ist es auch mit meiner Krankheit. Ich weiß nicht, ob ich heute noch leben würde – trotz der guten medizinischen Versorgung – wenn ich es nicht wirklich von Herzen gewollt hätte“.